Was bedeutet Open Access?

Logo open-access.netWie die Medienlandschaft insgesamt so hat sich auch das wissenschaftliche Publikationswesen in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Neben die klassische Buchpublikation und die in Einzelheften erscheinende Fachzeitschrift sind mit E-Books und E-Journals zunehmend digitale Publikationsformen getreten. Gleichzeitig sind die Preise für das Abonnement wissenschaftlicher Zeitschriften in den letzten 25 Jahren pro Jahr durchschnittlich um ca. 9 % gestiegen, unabhängig von der Erscheinungsform als gedruckte oder elektronische Zeitschrift [vgl. Boni 2010].

Eine Strategie, die auf nationaler wie internationaler Ebene intensiv diskutiert und auch bereits praktiziert wird, um den Wandel der wissenschaftlichen Publikationslandschaft aktiv zu gestalten, ist das Publizieren unter "Open Access". Damit ist im Wesentlichen das Ziel verbunden, wissenschaftliche Informationen kostenfrei für alle Nutzer über das Internet zugänglich zu machen.

Natürlich ist auch die reine Online-Publikation wissenschaftlicher Arbeitsergebnisse mit Kosten verbunden. Die Organisation und Vergütung von Begutachtungsverfahren, die professionelle Gestaltung und Bearbeitung von Textvorlagen, das Bereitstellen und Pflegen der technischen Infrastruktur - all dies will finanziert sein. Da bei "Open Access" zugänglichen Publikationen die Refinanzierung über Zahlungen durch die Abnehmer (in der Regel Bibliotheken) ausgeschlossen ist, bleibt nur, die Finanzierung über Förderbeiträge oder durch Publikationsgebühren zu sichern, die von Autoren oder Institutionen zu entrichten sind.

 Publikationsmodelle Closed- und Open-Access

Abbildung 1: Publikationsmodell "Open Access" und traditionelles Kauf- bzw. Subskriptionsmodell

Nicht nur wegen der auf die Autorenseite verschobenen Finanzierung lässt sich das Publikationsmodell des "Open Access" durchaus auch skeptisch betrachten. Häufig genannte Kritikpunkte sind neben den unterstellten unklaren oder fehlenden Begutachtungsverfahren sowie der mutmaßlich geringeren Reputation und Wahrnehmung von Open-Access-Publikationen auch die Befürchtung, durch das neue Publikationsmodell würde eine funktionierende akademische Verlagslandschaft zerstört (vgl. zu diesen Kritikpunkten auch den "Heidelberger Appell").

Mit der Zeit und aufgrund entsprechender Verbesserungsmaßnahmen auf der Seite der Träger von Open-Access-Publikationen scheinen die meisten Gegenargumente jedoch an Kraft zu verlieren. So können Begutachtungsverfahren durch digitale Dokumentbereitstellung stark vereinfacht werden, und was die Wahrnehmung von Open-Access-Publikationen in der Wissenschaftsöffentlichkeit betrifft, sprechen einige Untersuchungen eher für das freie als das geschlossene Publikationsmodell (vgl. dazu die Unterseite "Wahrnehmung von Open-Access-Publikationen").

Außerdem bleiben als Hauptargumente für den Publikationsweg "Open Access" der erleichterte und beschleunigte Zugang zu wissenschaftlichen Arbeitsergebnissen und auch die bereits etablierte Förderpraxis der deutschen Forschungsorganisationen, wie sie sich zuletzt in der "Berliner Erklärung" niederschlägt. Diese Förderpolitik erleichtert es einerseits Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Open-Access-Publikationen zu finanzieren, und macht es andererseits nötig, sich mit diesem Publikationsmodell auseinanderzusetzen, um die Chance auf positive Begutachtung von Förderanträgen zu erhöhen. Nähere Informationen dazu finden sich auf der Unterseite "Finanzierungsmöglichkeiten".

 

Literatur und Links: