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Herr Dr. Schäffer
Tel.: (0202) 439-2683

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FAQ / Begriffserläuterungen

Was ist der „goldene Weg“ zum Open Access (Gold Open Access, Author-Pay-Modell)?

Werden Publikationen von Anfang an frei zugänglich online bereitgestellt, wird vom goldenen Weg zum Open Access gesprochen. Dies geschieht in der Regel bei Zeitschriftenaufsätzen durch die Publikation in einer Open-Access-Zeitschrift und bei einer Monographie (oder Sammelbandbeiträgen) durch die Publikation in einem Open-Access-Verlag. In vielen Fällen ist eine Publikationsgebühr durch die Autorinnen und Autoren zu entrichten, bei Zeitschriften eine sogenannte Article Processing Charge (APC) und bei Büchern eine sogenannte Book Processing Charge (BPC). Autorinnen und Autoren übertragen dem Verlag – im Unterschied zum traditionellen Modell – nur ein einfaches Nutzungsrecht. Die Publikation erfolgt zumeist unter einer Creative-Commons-Lizenz, die die Nutzungsrechte eindeutig regelt.

Was ist der „grüne Weg“ zum Open Access (Green Open Access, Self-Archiving-Modell)?

Hierunter wird die zusätzliche Veröffentlichung (Zweit- oder Parallelveröffentlichung) einer bereits in einem Verlag erschienenen wissenschaftlichen Arbeit verstanden, z. B. in einem institutionellen oder disziplinspezifischen Open-Access-Repositorium, um ihre freie Zugänglichkeit zu gewährleisten. Qualitätsgeprüfte Repositorien sind im Directory of Open Access Repositories (OpenDOAR) eingetragen. Die Publikation ist für Autorinnen und Autoren kostenfrei. Da diese bei der Erstveröffentlichung das ausschließliche Nutzungsrecht an den Verlag abgetreten haben (Copyright Transfer Agreement), bestimmt der Verlag, wann und welche Version (Pre- oder Postprint) der Arbeit ein weiteres Mal von ihnen veröffentlicht werden darf. Die Bestimmungen (self-archiving policy) des jeweiligen Verlages sind im Vertragstext, auf den Webseiten oder in der SHERPA/RoMEO-Datenbank zu finden. Davon unberührt bleibt das gesetzliche Zweitveröffentlichungrecht (§ 38 Absatz 4 UrhG).

Die Zweitveröffentlichung kann in den meisten Fällen nicht mehr unter einer freien Lizenz erfolgen, die Nutzung ist dann nur im Rahmen des Urheberrechtsgesetzes gestattet.

Worin besteht der Unterschied zwischen reinen Open-Access-Zeitschriften und hybriden Zeitschriften?

Reine (auch genuine oder originäre) Open-Access-Zeitschriften enthalten ausschließlich Open-Access-Artikel. Diese Zeitschriften finanzieren sich oftmals durch Artikelbearbeitungsgebühren (Article Processing Charges – APC), es gibt aber auch eine große Zahl – meist von wissenschaftlichen Gesellschaften oder Institutionen getragener – Open-Access-Zeitschriften, in denen eine Publikation kostenfrei ist. Qualitätsgeprüfte Open-Access-Zeitschriften sind im Directory of Open Access Journals (DOAJ) gelistet.

Als hybride (Open-Access-)Zeitschriften werden traditionelle, subskriptionsbasierte Zeitschriften bezeichnet, in denen Aufsätze optional gegen Zahlung einer Publikationsgebühr im Open Access publiziert werden können. In diesen Zeitschriften finden sich also einzelne frei zugängliche Artikel neben Artikeln, auf die nur Abonnenten zugreifen können. Diese Option, die mittlerweile die Mehrzahl der traditionellen Wissenschaftsverlage anbietet, wird kritisch gesehen, da es faktisch zu Doppelzahlungen (Publikations- und Subskriptionsgebühren) an die Verlage führt (double dipping).

Was erwarten Forschungsförderer von den von Ihnen geförderten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern hinsichtlich des Open-Access-Publizierens?

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

In einem 2016 veröffentlichten Strategiepapier hat das BMBF bekannt gegeben, Open Access als Grundprinzip in der eigenen Förderung zu verankern. In den Bekanntmachungen von Förderprogrammen und Förderrichtlinien (Punkt 6, Sonstige Zuwendungsbestimmungen) fordert das BMBF Zuwendungsempfänger auf, aus den Forschungsvorhaben gewonnene Ergebnisse – sofern deren Publikation beabsichtigt ist (!) – im Open Access zu veröffentlichen. Dies kann durch die direkte Publikation in einer Open-Access-Zeitschrift (Goldener Weg) oder – ggf. nach Ablauf einer Embargofrist – durch die Zweitveröffentlichung in einem geeigneten Repositorium (Grüner Weg) geschehen. Im Fall der Zweitveröffentlichung soll die Embargofrist höchstens 12 Monate betragen.

Ausgaben für Publikationsgebühren, die während der Projektlaufzeit anfallen, sind grundsätzlich förderfähig. Publikationskosten für Veröffentlichungen, die erst nach Abschluss des Projektes publiziert werden, können seit 2017 aus einem Post-Grant-Fund erstattet werden. Eine volle Förderung erfolgt hier bis zu einer Gebühr von 2.000 EUR (zzgl. MwSt.) je Publikation. Wird dieser Betrag überstiegen, werden zusätzlich 20 % der Mehrkosten bis zum Erreichen der Höchstgrenze von 2.400 EUR (netto) pro Publikation gefördert.

DFG

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft empfiehlt den von ihr geförderten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ihre Forschungsergebnisse zu publizieren und nach Möglichkeit auch digital zu veröffentlichen und für die Nutzung entgeltfrei über das Internet zur Verfügung zu stellen. Dazu hält die DFG sowohl die direkte Veröffentlichung in Open-Access-Zeitschriften (Goldener Weg) als auch die Zweitveröffentlichung in einem disziplinspezifischen oder institutionellen Repositorium (Grüner Weg) für geeignet (vgl. Verwendungsrichtlinien, DFG-Vordruck 2.00 – 12/15, S. 44). Ein Zwang zur (Open-Access-)Publikation besteht nicht!

Bei Antragstellung können Publikationsmittel (bis 750 EUR bzw. bis 5.000 EUR für Buchpublikationen pro Jahr) eingeworben werden, die auch für die bei der Veröffentlichung von OA-Zeitschriftenartikeln oder OA-Monographien entstehenden Gebühren genutzt werden können (vgl. DFG-Vordruck 52.01 – 07/17, S. 5). Bei einer flexibilisierten Förderung ist es zudem möglich, auch Personal- oder Sachmittel zu verwenden.

FAQ der DFG zum Thema Open Access

Europäische Kommission: Horizon 2020

Im Gegensatz zu den deutschen Forschungsförderern besteht in EU-geförderten Horizon-2020-Projekten gemäß Artikel 29 Abs. 2 des Grant Agreement eine Open-Access-Pflicht für aus geförderten Projekten entstandene wissenschaftliche Veröffentlichungen, die ein Peer-Review-Verfahren durchlaufen haben (also vor allem Zeitschriftenartikel). Diese Pflicht besteht aber nur dann, wenn sich die geförderten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entschließen, ihre Forschungsergebnisse in Form einer wissenschaftlichen Veröffentlichung zu verbreiten. Das Recht, Ergebnisse (zunächst) geheim zu halten, um sie für die eigene Forschung zu nutzen oder sie kommerziell zu verwerten, z. B durch Patentierung, bleibt unberührt.

Die Kosten für Open-Access-Publikationen, die während der Projektlaufzeit entstehen, sind in voller Höhe erstattungsfähig. Dies gilt auch für Aufsätze in hybriden Zeitschriften. Nach Ende des Projektes kann keine Förderung mehr erfolgen.

Details zum Open Access zu Publikationen und Forschungsdaten sind im H2020 Online Manual zu finden.

Volkswagenstiftung

Die Volkswagenstiftung befürwortet grundsätzlich die Publikation von Forschungsergebnissen im Open Access, ohne die geförderten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Wahl des Publikationsweges einschränken zu wollen. Publikationsbeihilfen können auch zur Finanzierung von Publikationsgebühren für Open-Access-Zeitschriftenaufsätze und -Monographien beantragt werden. Weitere Hinweise sind einem Merkblatt zu entnehmen.

Was sind Predatory Publishers?

Dubiose Verlage (auch als Raubverlage oder engl. Predatory Publishers bezeichnet) sind ein relativ neues Phänomen auf dem Publikationsmarkt. Die von diesen Verlagen herausgegebenen Zeitschriften erwecken nur den Anschein wissenschaftliche Qualitätsstandards (wie das Peer-Review-Verfahren) zu erfüllen. Beiträge werden oftmals inhaltlich ungeprüft veröffentlicht.

Hinweise, an denen Predatory Publisher erkannt werden können, hat die Zentralbibliothek des Forschungszentrums Jülich in einer Checkliste zusammengestellt. Empfehlenswert sind auch die Informationen der Initiative „Think. Check. Submit“.

Was ist das Read&Publish-Modell?

Das Read&Publish-Modell ist ein kombiniertes Lizenzmodell, das den Zugriff auf subskriptionsbasierte Zeitschriften mit der Möglichkeit für die Korrespondenzautorinnen und -autoren der teilnehmenden Einrichtungen, ohne zusätzliche Artikelbearbeitungsgebühren in diesen Zeitschriften im Open Access zu publizieren, verbindet. Auf diese Weise sollen traditionelle, durch Subskriptionen finanzierte Zeitschriften auf ein auf Publikationszahlen basierendes Open-Access-Geschäftsmodell umgestellt werden.

Was ist das Projekt DEAL?

DEAL ist ein Projekt der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen mit dem Ziel, das gesamte elektronische Zeitschriftenangebot der großen Wissenschaftsverlage Elsevier, Springer und Wiley bundesweit für alle Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen zu lizenzieren. Angestrebt werden dabei sogenannte Read&Publish-Modelle, die den Zugriff auf subskriptionsbasierte Zeitschriften mit der Möglichkeit für die Korrespondenzautorinnen und -autoren der teilnehmenden Einrichtungen, ohne zusätzliche Artikelbearbeitungsgebühren in diesen Zeitschriften im Open Access zu publizieren, kombinieren.

Im Januar 2019 erfolgte der erste Vertragsabschluss mit dem Verlag Wiley. Das Publish and Access Agreement, an dem sich auch die Bergische Universität beteiligt, ist öffentlich zugänglich. Die wichtigsten Eckpunkte zur Vereinbarung wurden zusammengefasst.